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Ziel dieser Einheit: Du kannst nach zehn Minuten unterscheiden, wo dir KI im Alltag begegnet, welche Rolle das System jeweils übernimmt und weshalb nicht jede Automatisierung automatisch künstliche Intelligenz ist.
KI ist längst Teil des Alltags
Künstliche Intelligenz begegnet dir nicht erst, wenn du einen ChatbotSoftware, die schriftliche oder gesprochene Dialoge mit Menschen führt. öffnest. Empfehlungslisten in Streamingdiensten, automatische Übersetzungen, Bilderkennung auf dem Smartphone, Spamfilter und Suchmaschinen nutzen Verfahren des maschinellen Lernens. Dabei werden aus vielen Beispielen Muster abgeleitet, um neue Eingaben einzuordnen oder passende Ausgaben zu erzeugen.
Der Begriff „KI“ fasst sehr unterschiedliche Systeme zusammen. Manche erkennen lediglich bestimmte Muster. Andere erzeugen Texte, Bilder, Audio oder ProgrammcodeIn einer Programmiersprache geschriebene Anweisungen, aus denen Software besteht.. Wieder andere treffen vorbereitende Entscheidungen, etwa indem sie Bewerbungen sortieren oder Inhalte empfehlen. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Frage, ob KI eingesetzt wird, sondern wofür, mit welchen Daten und mit welchen Folgen.
Drei Rollen von KI
- Erkennen und einordnen: Ein Spamfilter bewertet, ob eine Nachricht wahrscheinlich unerwünscht ist.
- Vorhersagen und empfehlen: Eine Plattform schätzt, welcher Inhalt dich interessieren könnte.
- Erzeugen: Generative KIKI, die auf Grundlage gelernter Muster neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio oder Code erzeugt. formuliert einen Text, erstellt ein Bild oder fasst Informationen zusammen.
KI „versteht“ eine Situation nicht automatisch so wie ein Mensch. Sie verarbeitet Daten nach erlernten Mustern und erzeugt daraus eine wahrscheinlich passende Ausgabe.
Kurze Übung: Wo steckt KI drin?
Nimm dir zwei Minuten Zeit und notiere drei digitale Anwendungen, die du heute bereits benutzt hast. Prüfe bei jeder Anwendung:
- Welche Eingaben oder Daten erhält das System?
- Was entscheidet, empfiehlt oder erzeugt es?
- Kannst du erkennen, nach welchen Kriterien das Ergebnis zustande kommt?
Beispiel: Ein Bibliothekskatalog mit klassischer Stichwortsuche folgt festgelegten Regeln. Eine KI-gestützte Empfehlung versucht dagegen, aus Daten und Ähnlichkeiten abzuleiten, welche Medien zu einer Anfrage passen könnten. Die Empfehlung kann hilfreich sein, ist aber weder neutral noch zwangsläufig vollständig.
Merksatz
Bei jeder KI-Anwendung lohnt sich ein kurzer Dreischritt: Welche Daten gehen hinein? Was macht das System damit? Wer trägt die Verantwortung für das Ergebnis?
Kurzcheck: KI oder feste Regel?
Frage: Eine Bibliothek versendet automatisch drei Tage vor Ablauf der Leihfrist eine Erinnerung. Ist das bereits künstliche Intelligenz?
Antwort einblenden
Nicht zwangsläufig. Wird die Nachricht immer nach einer fest programmierten Frist verschickt, handelt es sich um klassische Automatisierung. KI käme beispielsweise ins Spiel, wenn das System aus Daten vorhersagt, wann eine Erinnerung besonders wirksam sein könnte.
Denkfrage: Welche zusätzlichen Daten wären für eine solche Vorhersage nötig – und sollte eine Bibliothek sie dafür überhaupt verwenden?
Kurz geprüft
Klick auf die Antwort, die du für richtig hältst. Es wird nichts gespeichert.
1. Ein Onlineshop verschickt jeden Montag automatisch einen Newsletter. Ist das KI?
Eine feste Regel („jeden Montag“) braucht kein Lernen aus Daten. KI käme erst ins Spiel, wenn das System zum Beispiel vorhersagt, wer welchen Inhalt wahrscheinlich anklickt.
2. Ein Streamingdienst schlägt dir neue Serien vor. Welche Rolle übernimmt die KI hier?
Das System schätzt aus deinen bisherigen Daten, was dich interessieren könnte. Hilfreich – aber weder neutral noch zwangsläufig vollständig.
3. Welche Frage gehört zum Dreischritt aus dieser Lektion?
Der Dreischritt lautet: Welche Daten gehen hinein? Was macht das System damit? Wer trägt die Verantwortung für das Ergebnis?
Vertiefung (optional): Ein Tag mit KI-Brille
Achte einen Tag lang bewusst darauf, wo dir KI begegnet – im Smartphone, beim Einkaufen, in der Mediennutzung, bei der Arbeit. Notiere jede Fundstelle mit dem Dreischritt: Daten, Verarbeitung, Verantwortung.
Am Abend: Welche Stellen hättest du ohne bewusstes Hinsehen übersehen? Und bei welchen weißt du nicht, ob überhaupt KI im Spiel ist? Gerade diese Unsicherheit ist ein guter Ausgangspunkt für Gespräche im Team oder mit Nutzenden.