Ziel dieser Einheit: Du kannst vor der Nutzung einer KI einschätzen, welche Daten eingegeben werden dürfen, welche Rechte betroffen sein können und welche Verantwortung bei dir bleibt.
Eine Eingabe ist eine Datenübermittlung
Wer Text, Bilder oder Dateien in einen externen KI-Dienst eingibt, übermittelt diese Daten an den Anbieter. Was anschließend damit geschieht, hängt vom Dienst, dem gewählten Tarif, den Einstellungen und den aktuellen Nutzungsbedingungen ab. Aussagen wie „Die Daten werden nicht zum Training verwendet“ beantworten noch nicht alle Fragen: Sie sagen beispielsweise nicht automatisch, wo Daten verarbeitet, wie lange sie gespeichert oder für Sicherheitsprüfungen eingesehen werden.
Die Datenampel
- Grün: öffentlich bekannte, unkritische Informationen und vollständig erfundene Beispieldaten.
- Gelb: interne Arbeitsinformationen ohne Personenbezug oder Geheimhaltungsbedarf. Vorher Richtlinien und Anbieterbedingungen prüfen.
- Rot: personenbezogene Daten, Ausleih- und Nutzungsdaten, vertrauliche Dokumente, Passwörter, Gesundheitsdaten, unveröffentlichte Personalangelegenheiten oder geschützte Informationen Dritter.
Anonymisieren bedeutet mehr als das Entfernen eines Namens. Kombinationen aus Ort, Funktion, Alter, Ereignis und Zeitraum können eine Person weiterhin erkennbar machen. Wenn der Inhalt für die Aufgabe nicht erforderlich ist, sollte er gar nicht erst eingegeben werden.
Urheberrecht: Nutzung und Ergebnis trennen
Beim Arbeiten mit KI sind mindestens zwei Ebenen zu unterscheiden. Erstens: Darf ein vorhandener Text, ein Foto oder ein anderes Werk als Eingabe verwendet werden? Zweitens: Darf die erzeugte Ausgabe veröffentlicht und weiterverwendet werden? Die Antwort hängt vom Material, dem Zweck, dem Umfang und dem jeweiligen Rechtsrahmen ab.
KI-Ausgaben können geschützten Werken ähneln, Marken enthalten oder Persönlichkeitsrechte verletzen. Außerdem ist nicht jede rein maschinell erzeugte Ausgabe selbst urheberrechtlich geschützt. Für Veröffentlichungen bleibt deshalb eine menschliche Prüfung erforderlich. Bei Unsicherheit ist fachliche Rechtsberatung notwendig.
Verantwortung lässt sich nicht auslagern
Ein KI-System kann Vorschläge erstellen, aber keine dienstliche, pädagogische oder redaktionelle Verantwortung übernehmen. Wer eine Ausgabe verwendet oder veröffentlicht, muss beurteilen, ob sie sachlich richtig, diskriminierungsarm, angemessen und mit den eigenen Regeln vereinbar ist.
Je größer die mögliche Auswirkung auf andere Menschen, desto wichtiger sind menschliche Kontrolle, nachvollziehbare Kriterien und eine Alternative ohne KI.
Praxisfall: Veranstaltungsanmeldung auswerten
Du möchtest Rückmeldungen zu einer Veranstaltung zusammenfassen. In der Datei stehen Namen, E-Mail-Adressen, Alter, Freitextantworten und Hinweise auf Unterstützungsbedarf.
- Welche Angaben braucht die Zusammenfassung wirklich?
- Welche Daten müssen entfernt oder abstrahiert werden?
- Ist der verwendete KI-Dienst dienstlich freigegeben?
- Kann die Aufgabe mit lokaler Software oder ohne KI erledigt werden?
- Wer kontrolliert das Ergebnis vor der Weitergabe?
Eine vertretbare Lösung könnte darin bestehen, nur vollständig anonymisierte Aussagen ohne seltene Einzelfallmerkmale zu verwenden. Bei sensiblen Rückmeldungen kann eine manuelle Auswertung trotzdem die bessere Entscheidung sein.
Vor dem Absenden: fünf Sekunden Pause
Prüfe vor jeder Eingabe: Darf ich diese Information weitergeben? Braucht die KI sie wirklich? Könnte jemand dadurch identifiziert oder geschädigt werden? Kenne ich die Regeln meines Arbeitskontexts? Kann ich das Ergebnis verantworten?
Datenampel: Welche Farbe passt?
- Eine frei erfundene Veranstaltungsbeschreibung soll sprachlich gekürzt werden.
- Eine interne Planung enthält Namen, private E-Mail-Adressen und Hinweise auf Unterstützungsbedarf.
- Ein bereits veröffentlichter Pressetext soll in einfache Sprache übertragen werden.
Einordnung anzeigen
1: Grün. Erfundenes, unkritisches Material ist grundsätzlich gut geeignet. 2: Rot. Personenbezogene und sensible Angaben gehören nicht in einen nicht freigegebenen KI-Dienst. 3: Grün bis Gelb. Der Text ist öffentlich, trotzdem müssen Urheberrecht, Anbieterbedingungen und die inhaltliche Kontrolle der Übertragung beachtet werden.
Entscheidungsfrage: Welche Informationen benötigt das System wirklich, um die jeweilige Aufgabe zu erfüllen?
